Ja zur eigenen Praxis ladies dental talk career: Netzwerkabende machten Lust und Mut, Chefin zu sein

„Wer von euch kann sich vorstellen, später eine eigene Praxis zu gründen?“ Auf diese Frage von ladies dental talk-Initiatorin Dr. Karin Uphoff zu Beginn der career-Abende in Frankfurt, Göttingen, Hannover und Marburg reagierten Studentinnen und Assistenz-Zahnärztinnen in den Städten unterschiedlich. Während in Frankfurt nur vereinzelt Hände nach oben gingen, konnte sich in Marburg, Hannover und Göttingen die Mehrzahl der Teilnehmerinnen eine Niederlassung gut für die Zukunft vorstellen konnten. Die meisten in einer Gemeinschaftspraxis. In Frankfurt überwog die Angst, eine Praxisgründung oder -übernahme könne nicht gelingen und die Sorge, sie ließe sich schlecht mit der Familienplanung vereinbaren. Im Talk mit Expertinnen von Abrechnung bis Zahntechnik Die erneute Abfrage am Ende des Abends zeigte in allen Städten ein einheitliches Bild. Die jungen Frauen, die schon von Anbeginn an den Wunsch hatten, sich mal selbstständig zu machen, fühlten sich bestärkt und auch zur Einzelpraxis ermuntert. Bei den anderen war die Verunsicherung gewichen. Was hat den jungen Zahnmedizinerinnen besonders gefallen und Mut gemacht beim Austausch mit den erfahrenen Zahnärztinnen und den ladies dental talk-Expertinnen (siehe unten). Das Feedback der jungen Zahnmedizinerinnen (kursiv) und der Input der Expertinnen gaben Aufschluss: Wirtschaftliche Themen • Das finanzielle Risiko ist abschätzbar. Wir müssen keine Sorge vor großen Zahlen haben.“ Als Beraterinnen für niedergelassene Zahnärztinnen bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank gaben Sabrina Lappe (Hannover), Andrea Bachmann (Gießen), Anne-Kathrin Becker (Frankfurt) und Studentenberaterin Christin Summer (Göttingen) wichtige Gründer-Infos aus ihrem Erfahrungsschatz: o Auch wenn viele Teilnehmerinnen bei Beträgen von durchschnittlich 309.000 Euro bei der Übernahme einer Einzelpraxis (inklusive Investitionen für Modernisierung) oder 441.000 Euro bei Neugründung einer Einzelpraxis schluckten, beruhigte sie die Aussicht, dass die apoBank ohne Eigenkapital finanziert, wenn das Konzept stimmig ist. o Praxen am Stadtrand und in ländlicher Gegend sind wirtschaftlich besonders interessant. o Innerhalb von 10 bis 15 Jahren sind viele Praxen abbezahlt. Wenn gewünscht, kann eine Tilgung auch schneller erfolgen oder länger ausgedehnt werden. o Finanzierungsmodelle werden an die individuelle Lebenssituation angepasst, Kinderphasen oder längere Auszeiten etwa im Ausland berücksichtigt. o Viele Zahnärztinnen finanzieren neben der Praxis auch eine Privatimmobilie. • „Spezialisten können mich dabei unterstützen, das Geld für die von mir erbrachten Leistungen zu bekommen.“ Ines Gosda, Anette Fischer und Rechtsanwältin Nadine Gilberg, alle beim Abrechnungsspezialisten PVS dental, gaben Einblicke in die Arbeit ihres Unternehmens, das o sich um privatzahnärztliche Abrechnungen kümmert o jede einzelne Rechnung manuell auf Vollständigkeit und Plausibilität prüft o Zahnärztinnen durch qualifizierte Korrespondenz mit Patienten und Kostenträgern entlastet o günstige Ratenzahlungen für Patienten anbietet o für Ausfallschutz durch „echtes“ Factoring sorgt o vorgerichtliches und gerichtliches Mahnverfahren übernimmt o attraktive Auszahlungsvarianten ermöglicht und letztendlich o Zahnmedizinerinnen somit mehr Zeit für das Wesentliche ermöglicht – Zeit für ihre Patienten • „Betriebswirtschaftliche Themen sind lernbar“ Die auf Heilberufe spezialisierten Steuerberaterinnen Dominique-Chantal Pontani (Wiesbaden) und Sinika Lampe (Advisa, Göttingen) ermunterten dazu, o sich frühzeitig mit den eigenen Praxis-Zahlen zu beschäftigen o das „Unternehmen Praxis“ auch unter betriebswirtschaftlichen Kriterien zu führen o sich frühzeitig professionelle Unterstützung bei Steuerfragen zu holen Beruf und Familie • „Die Begeisterung von Dr. Annette Facchinetti für die Selbstständigkeit war motivierend.“ Mit zwei Töchtern und einer gut laufenden Praxis zeigt Dr. Annette Facchinetti aus Königsstein im Taununs beim Frankfurt-Abend: „Beruf und Familie können gut zusammengehen“, wenn man o sich gut organisiert o sich Unterstützung etwa durch eine Tagesmutter und/oder Haushaltshilfe holt o bereit ist, mit gutem Gefühl Zeit und Energie zu investieren o bei aller Organisation auch Zeit für sich und für Fortbildungen einplant Die Steuerberaterinnen Dominique-Chantal Pontani ist fünffache Mutter und machte den jungen Frauen ebenso wie ladies dental talk-Initiatorin und sechsfache Mutter Dr. Karin Uphoff Mut, bei Kinderwunsch dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Wer zu viel vom Kopf her plane, verpasse sonst unter Umständen „den richtigen Zeitpunkt“. Praxisgründung/Praxisführung • „Die Assistenz-Zeit kann eine gute Chance sein, sich Klarheit zu verschaffen.“ Die niedergelassene und standespolitisch engagierte Zahnärztin Dr. Tilli Hanßen sowie die Uni-Partnerinnen Dr. Christiane Krantz-Schäfers (Göttingen) und Dr. Silvia Brandt (Frankfurt) plädierten dafür, die Zeit nach der Uni zu nutzen, um Erfahrungen zu sammeln: o In einem Praktikum oder an Probearbeitstagen könnt ihr feststellen, „ob es passt“. o Arbeitet in verschiedenen Praxen, um möglichst unterschiedliche Schwerpunkte und Führungsstils kennenzulernen. o Geht dahin, wo ihr selbst viel tun dürft und nicht nur zuschaut. o Erfahrungen zu sammeln und sich auszuprobieren ist wichtiger als ein hohes Honorar. o Ihr müsst nicht jede Praxis nehmen. • „Mit Klarheit und einem überzeugenden Konzept kann Praxisgründung gelingen“ o In Marburg überzeugte die erfahrene Zahnärztin und dreifache Mutter Dr. Kathrin Becker (Wetter) mit ihrer positiven Ausstrahlung und dem Konzept, die Praxis inhaltlich und im Außenauftritt konsequent mit einem „Kompass für den individuellen Weg zur Zahngesundheit“ ausgerichtet zu haben. o Noch arbeitet die auf Kinderzahnheilkunde spezialisierte Zahnärztin Maren Engel-Faschkami selbstständig in einer Praxis in Hannover. Ihr Ziel ist es, sich irgendwann „komplett einzukaufen“ und damit in den „Unternehmerinnen-Status“ aufzusteigen. Für sie sind Kooperation und fachlicher Austausch bedeutend für den Praxiserfolg. o In Göttingen plädierte die niedergelassene Zahnärztin und Mutter einer Tochter Dr. Iris Schinkel (Gieboldehausen) dafür, sich privat, im Freundeskreis und beruflich Netzwerke aufzubauen um sich bei Bedarf gegenseitig zu unterstützen und zu vertreten. Sie selbst verzichtet bewusst auf eine Website und setzt erfolgreich auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Netzwerke • „Wir sind nicht alleine, sondern eingebunden in ein Netzwerk.“ Zahntechnikermeisterin Andrea Bauer (Zahnakzente, Frankfurt) und Dagmar Günther (Paul Hirschring Dental-Labor, Hannover) berichteten, wie für sie eine gelungene Zusammenarbeit mit Zahnarztpraxen auf Augenhöhe aussieht und wie sie ihre Kundinnen und Kunden bei der Arbeit unterstützen: o Die Chemie muss stimmen, ein Respekt vor der Arbeit des jeweils anderen da sein. o Ein offener und enger Austausch ist wichtig - besonders bei schwierigen Fällen. o Wenn Praxis und Labor mit- und nicht gegeneinander arbeiten, lässt sich hohe Qualität und Patentenzufriedenheit erreichen. o Ob Zahnfarbbestimmung im Dentallabor oder Beratung am Stuhl im Vorfeld oder bei der Einpassung komplexer Arbeiten, Transparenz und der direkte Patienten-Kontakt fördern das Vertrauensverhältnis und eine positive Grundhaltung aller Beteiligten. Standespoltische Unterstützung • „Wir bekommen standespolitischen Rückhalt.“ Dr. Tilli Hanßen von den Zahnärzten für Niedersachsen und Beauftragte für die Belange von Zahnärztinnen bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) plädierte ebenso wie Regina Lindhoff von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen (KZVH) dafür sich standespolitisch zu engagieren, um speziellen weiblichen Interessen stärker in die dentale Öffentlichkeit zu tragen. Beide wiesen unter anderem auf folgende Unterstützungsangebote der KZVen hin: o Niederlassungsberatung o Infoveranstaltung und persönliche, fachliche Hilfestellung für Neuzugelassene o individuelle, kostenlose, telefonische oder persönliche Beratung o kostenlose Beratungsseminare BEMA-Leistungen, vor allem mit Blick auf Abrechnung und Wirtschaftlichkeit o vielfältige Hintergrund- und Service-Informationen über Mitgliedermagazine Uni-Karriere • „Unikarriere kann eine Option sein“ Oberärztin Dr. Silvia Brandt (Frankfurt) riet den Studentinnen dazu, ihre Doktorarbeit während des Studiums zu schreiben, „weil Sie da noch im Lernen stecken.“ Ebenso wie Uni-Partnerin Dr. Christiane Krantz-Schäfers (Göttingen), sieht sie, dass die Universität Wege offenhält für Zahnmedizinerinnen, die gerne o auf dem neuesten Wissensstand sind o sich fachlich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen o am Patienten arbeiten o forschen und lehren möchten O-Töne von Teilnehmerinnen - Wirklich eine tolle Atmosphäre! Es war schön, einmal die Möglichkeit zu bekommen, Themen, die einen als Frau beschäftigen, zu besprechen - Eine schöne Idee, in entspannter Atmosphäre über Karriere, Berufsmöglichkeiten und Erfahrungsberichten zu sprechen. - Tolle & informative Veranstaltung und eine gute Möglichkeit, Fragen loszuwerden Auch 2019 können Studentinnen und Assistenz-Zahnärztinnen in Frankfurt wieder offen Fragen stellen und Expertenwissen einholen. Nähere Infos dazu folgen demnächst auf www.ladies-dental-talk.de/career

Quelle: www.ladies-dental-talk.de/career
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