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Studentenwohnungen sind rar und teuer


Immer mehr Abiturienten entscheiden sich für ein Studium. Allerdings fehlen in den meisten Universitätsstädten die passenden Wohnungen – das verschärft die Wohnungsnot und treibt die Mieten in die Höhe. Eine klassische Studentenwohnung misst 30 Quadratmeter, liegt höchstens anderthalb Kilometer von der Universität entfernt und stammt aus dem Jahr 1995. Ihre Ausstattung ist normal, auf dem Fußboden liegt also eher Laminat als Eichenholzparkett – so stellen sich wohl viele angehende Studenten ihre künftige Wohnung vor. In der bayerischen Landeshauptstadt brauchen Studenten nicht nur gute Kontakte, um so eine Wohnung zu ergattern, sondern vor allem viel Geld, wie der aktuelle Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt. Im ersten Halbjahr 2018 kostete eine Studenten-Musterwohnung in München im Schnitt monatlich 634 Euro – mehr als in jeder anderen deutschen Stadt und gut 40 Prozent mehr als im Jahr 2010. Hinzu kommen die Kosten für Strom, Rundfunkbeitrag sowie Telefon und Internet. Insgesamt kostet das Wohnen also deutlich mehr, als ein durchschnittlicher Studentenjob einbringt. München ist zwar ein Extrembeispiel, aber keine Ausnahme. Wohnen ist in den vergangenen Jahren in allen Universitätsstädten teurer geworden: Die allgemeinen Mieten sind in Berlin seit 2010 um 94 Prozent gestiegen, in Göttingen um 72 Prozent und in Bamberg um 63 Prozent. Lediglich das Ruhrgebiet und Magdeburg verzeichnen mit Preissteigerungen von 13 beziehungsweise 18 Prozent nur moderate Mietanstiege. Zudem sind kleine, studententaugliche Wohnungen sehr begehrt. Im Wintersemester 2017/2018 waren mehr als 2,8 Millionen Studenten an deutschen Universitäten eingeschrieben, 28 Prozent mehr als acht Jahre zuvor. In beliebten Universitätsstädten konkurrieren Studenten zudem mit jungen Berufstätigen und Senioren um passende Wohnungen. Für diese Nachfrage sind in vielen Städten zwar Mini-Wohnungen entstanden, aber nicht genug. Und zum Teil sind lediglich größere Wohnungen aufgeteilt worden, was für Vermieter lukrativ ist, den Markt aber kaum entspannt. Auch Berlin ist ein Extrembeispiel für die studentische Wohnungsnot – in keiner Universitätsstadt steigen die Mieten so stark. Neben München ist auch Berlin ein Extrembeispiel für die studentische Wohnungsnot. Zwar ist das Leben in der Bundeshauptstadt noch längst nicht so teuer wie in München – allerdings steigen die Mieten in keiner Universitätsstadt so stark. Allein im vergangenen Jahr ist die studentische Musterwohnung im Schnitt 8 Euro teurer geworden. Gleichzeitig hat keine andere Universitätsstadt so viele neue Studenten zu verzeichnen. Für sie hat die Stadt aber kaum neue Wohnungen geschaffen. Die Mietexplosion gilt jedoch nicht nur für Großstädte. Selbst in Heidelberg, Bonn, Aachen und Karlsruhe kosten typische Studentenwohnungen rund 400 Euro warm im Monat, mit steigender Tendenz. Denn auch in diesen Städten fehlen kleine Wohnungen, weil die Neubauten dem Einwohnerzuwachs hinterherhinken. www.iwd.de
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