Ihre E-Mail :
Abonnement starten
Abonnement kündigen
BVG-Urteil zur Studienplatzvergabe in der Humanmedizin

„Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist genau das richtige Signal zur richtigen Zeit. Dass Karlsruhe Änderungen bei der Studienplatzvergabe anmahnt, ist nicht nur eine gute Nachricht für viele hochmotivierte junge Menschen, denen der Zugang zum Arztberuf bislang de facto versperrt ist. Das Urteil ist auch eine deutliche Aufforderung an Bund und Länder, bei der schleppenden Umsetzung der Reform des Medizinstudiums endlich Tempo zu machen.“ Das sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery heute in einer ersten Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über das Auswahlverfahren zum Medizinstudium. „Das Urteil beinhaltet aber auch eine heftige Ohrfeige für eine kleinstaatliche Bildungspolitik, die es nicht schafft, das Abitur bundesweit chancengleich und chancengerecht zu gewährleisten. Auch die Bildungspolitik muss hier nachbessern", so der Bundesärztekammer-Präsident. Die Bundesärztekammer und Deutsche Ärztetage hatten sich seit langem für Änderungen bei den Auswahlverfahren und für mehr Studienplätze in der Humanmedizin stark gemacht. Bei der mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts Anfang Oktober war auch die Bundesärztekammer geladen. Montgomery hatte in Karlsruhe unter anderem die mangelnde Transparenz bei der Studienplatzvergabe sowie zu lange Wartezeiten kritisiert und strukturierte Eignungsprüfungen gefordert. „Bund und Länder sollten das Urteil zum Anlass nehmen, die Studienzulassung gerechter zu gestalten und besser auf die Erfordernisse einer Gesellschaft im Wandel auszurichten“, forderte Montgomery. Karlsruhe hat die Hochschulen verpflichtet, neben der Abiturnote obligatorisch ein weiteres, nicht notenbasiertes Zulassungskriterium anzuwenden, das bundeseinheitlich, strukturiert und standardisiert sein muss. „Damit hat das Gericht unseren Vorschlag, ein bundesweites Assessment durchzuführen, im Kern bestätigt“, sagte Montgomery. „Unsere Patienten brauchen nicht nur Spitzenforscher. Sie brauchen auch gute Ärzte mit sozialen Kompetenzen und der Bereitschaft, aufs Land zu gehen“, sagte der BÄK-Präsident. Assessment-Center mit bundeseinheitlichen Kriterien könnten helfen, die fachlich und menschlich geeigneten Studierenden auszuwählen. Des Weiteren fordert das Gericht den Bundesgesetzgeber auf, die Wartezeiten auf einen Medizinstudienplatz zu begrenzen, da der Studienerfolg nach zu langer Wartezeit nicht mehr chancengleich gewährleistet werden kann. „Nun kommt es darauf an, dass die Länder endlich tätig werden und mehr Studienplätze schaffen. Notwendig ist eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze um mindestens zehn Prozent. Denn dass die Wartezeiten mittlerweile länger sind als das Studium selbst, kommt nicht von ungefähr. Noch im Jahr 1990 gab es allein in den alten Bundesländern 12.000 Studienplätze in der Humanmedizin. Nach der Wiedervereinigung hätte die Zahl durch die zusätzlichen Fakultäten in den neuen Bundesländern sogar auf 16.000 Plätze steigen müssen, sie ist aber kontinuierlich geschrumpft. Mittlerweile stehen den 45.000 Bewerbern gerade einmal 9.000 Studienplätze zur Verfügung - und das, obwohl Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis händeringend gesucht werden. „Auch in diesem Bereich sollte die Politik das Karlsruher Urteil als klaren Auftrag verstehen, ihrer Verantwortung für die ärztliche Nachwuchsförderung gerecht zu werden“, so Montgomery. www.baek.de Mehr Studienplätze, mehr Auswahlgespräche, mehr Vorbereitung – Niedergelassene Ärzte fordern Konsequenzen aus BVG-Urteil Der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, dass bis 2019 die Auswahlkriterien neben der Abiturnote neu geregelt werden müssen. „Um ein guter Arzt zu werden, reicht die Abiturnote, also die Lernfähigkeit allein nicht aus. Daher ist es nun dringend notwendig, dass bundesweit weitere einheitliche Kriterien bei der Zulassung zum Studium Berücksichtigung finden“, so der Bundesvorsitzende des Verbandes, Dr. Dirk Heinrich. „So genannte weiche Faktoren wie Empathie, soziale Kompetenz und Kommunikationsfreudigkeit können durch ein persönliches Auswahlgespräch festgestellt werden. Dazu müssen die Medizinischen Fakultäten jetzt in die Lage versetzt werden.“ Die wichtigste Aufgabe für die Länder sei jedoch, endlich die Zahl der Medizinstudienplätze deutlich zu erhöhen. Derzeit bewerben sich auf 11.000 Ausbildungsplätze fast 62.000 Abiturienten. All dies wird für Bund und Länder nicht ohne weitere Steuermittel umzusetzen sein. 1990 wurden allein in West-Deutschland schon 12.000 Medizinstudenten im Jahr ausgebildet. „Angesichts des drohenden Arztmangels und der Tatsache, dass in Kürze die geburtenstarken Medizinerjahrgänge in Ruhestand gehen, ist hier schnelles Handeln Pflicht“, betont der Bundesvorsitzende. Das Abwerben von Ärzten aus dem Ausland sei diesen Ländern gegenüber höchst unsolidarisch. Darüber hinaus fordert der NAV-Virchow-Bund eine Vorbereitungszeit für Medizinstudenten in der Versorgung von mindestens sechs Monaten. „Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen und es werden somit wieder mehr Ärzte in der kurativen Versorgung arbeiten“, erklärt Dr. Heinrich. www.nav-virchowbund.de Bund, Länder und Hochschulen müssen fällige Reform jetzt zügig in Angriff nehmen! Der Hartmannbund hat das heute in Karlsruhe verkündete Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Numerus clausus begrüßt. „Nun sind Bund, Länder und Hochschulen gefordert, die fällige Reform des Zulassungsverfahrens zum Medizinstudium zügig in Angriff zu nehmen – hin zu einer gerechteren und stärker kompetenzbasierten Studienplatzvergabe“, sagte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt. Das Urteil des Verfassungsgerichtes sei zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Startschuss für eine Revolution des Systems, aber zumindest eine Richtungsentscheidung, die wichtige Impulse setze zur Implementierung kluger Instrumente zur Auswahl der „richtigen“ Bewerber – immer weiter weg von der starren Orientierung am Numerus clausus, zeigte sich auch die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Käthe Lewicki überzeugt: „Jede andere Entscheidung des Gerichtes wäre für uns eine riesige Enttäuschung gewesen!“ Die Verfassungsrichter hatten unter anderem festgestellt, der Numerus clausus verletze die Chancengleichheit der Studierenden und sei deshalb mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Die Studienplatzvergabe im Fach Medizin müsse neu geregelt werden. Die Medizinstudierenden im Hartmannbund fühlen sich durch das Urteil bestätigt – besonders mit Blick auf die vom Gericht angemahnte „standardisierte und strukturierte Form“ zur Wahrung der Chancengleichheit. Sie plädieren bereits lange für ein bundesweit einheitliches Zulassungsmodell, bei dem die Abiturnote nur zu einem Drittel gewertet wird. Weitere gleichrangige Komponenten sollen ein bundesweit einheitlicher standardisierter schriftlicher Test sowie ein Assessmentverfahren sein. 20 Prozent der zu vergebenden Studienplätze sollen zudem durch individuelle Auswahlverfahren der Universitäten besetzt werden können, um entsprechende Schwerpunktsetzungen der Hochschulen zu ermöglichen. www.hartmannbund.de
Links
www.aktion-deutschland-hilft.de
Aktion Deutschland Hilft ist das Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen. Wenn schwere Katastrophen die Menschheit erschüttern, leisten wir Nothilfe. Gemeinsam, schnell und koordiniert. Jetzt einmalig spenden oder als Förderer regelmäßig helfen!
www.stiftung-hdz.de
Die Bundeszahnärztekammer ist Schirmherrin der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, der größten zahnärztlichen Hilfsorganisation: Hilfswerk Deutscher Zahnärzte
www.dentalmuseum.eu
Hier wird das Gedächtnis der internationalen Zahnheilkunde bewahrt und wissenschaftlich seit der Gründung vor 15 Jahren aufgearbeitet. Heute befinden sich hier mehr als 680 private Sammlungen und Bewahrtes bis sieben Generationen zurückreichend. Werden Sie Fördermitglied.
www.apobank.de
die Bank für Heilberufe
www.fvdz.de
Die größte freie zahnärztliche Interessenvertretung
www.bzaek.de
Die zahnärztliche Organisation aller Zahnmediziner
www.kzbv.de
Die Vertetung aller Kassenzahnäzte
www.lennmed.de
lennmed.de Rechtsanwälte ist eine im Bereich der Heilberufe tätige Kanzlei
www.waizmanntabelle.de
Großer Vergleich von Zahnzusatzversicherungen