Zahnärztinnen in der Bodensee-Region: Wird die Luft dünner?

Wie die aktuelle Situation von Zahnärztinnen ist, die Suche nach der Work-Life-Balance, der gesundheitliche Ausgleich, Ballast im Büro, finanzielle Belastungen, diese Themen wurden am 18. Oktober beim 1. ladies dental talk am Bodensee erstaunlich offen – und lösungsorientiert – diskutiert. War es die besondere Atmosphäre, abends alleine im Museum zu sein, zwischen beeindruckender Technik und großer Kunst, die dieses eingeschworene Gefühl vermitteln konnte? Dr. Claudia Emmert, Direktorin des legendären Zeppelin-Museums in Friedrichshafen, hatte die Türen exklusiv für die Zahnärztinnen und die Fachexpertinnen in der Bodenseeregion bis in den späten Abend hinein geöffnet. „Netzwerken, da ist bei Zahnärztinnen noch Luft nach oben.“ Erfahrungen austauschen, Geräte teilen, über Praxisgemeinschaften nachdenken, diese Ansätze wurden konkret diskutiert. „Zahnärztinnen sind sehr offen dafür, mit- und voneinander zu lernen und auch Herausforderungen zu formulieren, wie zehn Jahre ladies dental talk zeigen“, so Initiatorin Dr. Karin Uphoff. „Als kleine Berufsgruppe sollten wir uns unbedingt noch viel mehr vernetzen“, formuliert es eine Zahnärztin aus dem Bodenseehinterland ganz klar. „Eine sehr engagierte Berufsgruppe, sehr persönlich und patientenorientiert“, so empfindet Partnerin Alexandra Voß, Filialdirektorin der Deutsche Apotheker- und Ärztebank Friedrichshafen, den Berufsstand und damit einer Meinung ist Mit-Initiatorin Julia Rothacher vom Zahntechnischen Labor Rothacher sowie die weiteren Expertinnen für Abrechnung, Praxismarketing bzw. Text/Redaktion, Doreen Müller von der PVS dental, Andrea Wassmer-Falke von der Corporate White Manufaktur und Jutta Metzler, Bessere Texte. Unterstützung holen. Teilen zum Thema machen. Gut ist, in der Praxis Unterstützung zu haben: durch den Partner, der beispielsweise die EDV übernimmt, der gleichzeitig Kollege ist, oder der beruflich selbst an anderer Stelle etabliert ist. Aber noch viel mehr ist möglich: Partnerschaften unter bisher allein tätigen Praxis-Kolleginnen und – Kollegen, regelmäßige Austausch im Kollegenkreis, Kooperationen mit Geschäftspartnern wie der apoBank oder Labor Rothacher oder auch das Auslagern von Tätigkeiten, die zeitaufwändig sind und besondere Expertise brauchen: „Bei uns wird jede Rechnung einer Praxis noch einmal durch eine Abrechnungsexpertin persönlich geprüft und gegebenenfalls korrigiert, das gibt den Praxen eine große Sicherheit“, erläuterte Doreen Müller von der PVS dental. Und Julia Rothacher sieht durch die Digitalisierung eine starke Tendenz zum intensiven und sehr kooperativen Miteinander von Labor und Praxis. Über das Bereichernde und Positive im Praxisalltag sind sich die Zahnärztinnen einig: „Was ganz toll ist, ist das Praktische – schon im Studium, anders etwa als im Medizinstudium. Und zu erleben, dass man helfen kann, dass die Patienten nach der Behandlung die Praxis glücklich und zufrieden verlassen.“ Der tägliche Spagat. Ein Kunststück. Und Lösungen. Mit ganz viel Technik umgibt sich auch Dr. Claudia Emmert, seit Oktober 2014 Direktorin und Geschäftsführerin des Zweispartenhauses, in dem sie u. a. für die weltgrößte Sammlung zu Geschichte und Technik der Luftschifffahrt und gleichzeitig für eine Kunstsammlung mit etwa 4.000 Exponaten zuständig ist. Das Haus direkt am Bodenseeufer soll großzügig erweitert werden, verbunden mit einer gesteigerten Attraktivität für die Stadt, und klar ist für die Germanistin und Kunsthistorikerin: „Wir haben hier ein Museum für die Stadt und die Menschen. Das sind unsere Steuergelder, mit denen wir gut umgehen wollen.“ Bereitwillig teilte Emmert ihr Wissen um frühe Fahrzeuge, legendäre Luftschiffe, Drohnen und Kunstschätze, die noch vor Kurzem in den Archiven des Museums schlummerten. „Man muss die Fenster auch aufmachen. Nicht nur durch Schießscharten gucken“, ist sie überzeugt. Die Fenster aufmachen? Das konnte man im Zeppelin damals tatsächlich. So gingen heiß geliebte Spielzeugautos über dem Atlantik verloren – nur eine der schönen Anekdoten von Dr. Claudia Emmert. Für die Zeppeline heute ist Sicherheit weit mehr im Fokus. In der Praxis ist es ebenso. „Mittlerweile ist es ein Wunder, dass man um Zahnarztstühle keinen Zaun machen muss, damit keiner herunterfällt.“ Der gläserne Patient wird in der Öffentlichkeit gerne thematisiert. Ebenso im Blick ist längst der „gläserne Zahnarzt“. Sicherheit, Hygiene, Abläufe, Abrechnungen – selbst wenn ich als Zahnärztin Unternehmerin bin, habe ich doch längst nicht in der Hand, wie ich meine Praxis führe, das ist Konsens der Zahnarzt-Kolleginnen. Der Weg zum Praxis-Erfolg: Wertschätzend kommunizieren. Auch in der schriftlichen Kommunikation. Eines indes hat die Zahnärztin sehr wohl selbst in der Hand: wie sie ihre Patienten erreicht, wen sie in der Praxis vorrangig haben will, wie sie ihre Patienten auf den Besuch der Praxis vorbereitet und wie sie sich von anderen abhebt. Eine Möglichkeit ist z. B. die Adressatenorientierung in der schriftlichen Kommunikation. Die eigenen Zielgruppen zu kennen, zu priorisieren und sie in passgenauer Weise anzusprechen, ist der Weg, die Patientenstruktur in der Praxis im eigenen Sinne zu optimieren. Es ist aber viel mehr: Die professionelle schriftliche Kommunikation nimmt Ängste, setzt an Bedürfnissen der Patienten an, kann Fragen bereits im Vorfeld klären, beispielsweise über eine inhaltlich gelungene Website. So fühlt sich der Patient an die Hand genommen, findet sich wieder – und findet den Weg in die Praxis, die ihn überzeugt. Vielleicht ist die Luft oben dünner, doch der Spirit war spürbar: Frauen packen es an. Und wenn wir miteinander sprechen, zeugt auch das von Stärke – und bestärkt jede Einzelne. Gelebter Dialog, die gemeinsame Ebene, die Orientierung am Gegenüber, das ist es, was wertschätzende Kommunikation ausmacht. Und was gelebtes Prinzip des ladies dental talk ist. Ein Nachbericht von Jutta Metzler, Bessere Texte, Meersburg, Konstanz, Kortrijk
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Die Bundeszahnärztekammer ist Schirmherrin der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, der größten zahnärztlichen Hilfsorganisation: Hilfswerk Deutscher Zahnärzte
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Hier wird das Gedächtnis der internationalen Zahnheilkunde bewahrt und wissenschaftlich seit der Gründung vor 15 Jahren aufgearbeitet. Heute befinden sich hier mehr als 680 private Sammlungen und Bewahrtes bis sieben Generationen zurückreichend. Werden Sie Fördermitglied.
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Die größte freie zahnärztliche Interessenvertretung
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Die zahnärztliche Organisation aller Zahnmediziner
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Die Vertetung aller Kassenzahnäzte
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Großer Vergleich von Zahnzusatzversicherungen