Ihre E-Mail :
Abonnement starten
Abonnement kündigen
Dramatischer Fachkräfteengpass bei ZFA und 36 Prozent denken an Berufswechsel

„Wir verzeichnen bei ZFA bundesweit bereits seit einiger Zeit einen wachsenden Fachkräftemangel: Nach den neuesten Angaben der Agentur für Arbeit gab es im Oktober 2019 insgesamt 4.225 arbeitslose ZFA und 5.379 gemeldete offene Arbeitsstellen“, erklärt Carmen Gandila, Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. „Das aus Sicht der Arbeitnehmer/innen vorteilhafte Verhältnis von Angebot und Nachfrage wirkt sich aber nur wenig positiv auf die Gehälter aus. Wir sehen darin einen Beweis, dass die von Arbeitgeberseite bevorzugte Tarifunabhängigkeit der falsche Weg ist“, so die Tarifexpertin weiter. Eine aktuelle Online-Umfrage des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. im September hat ergeben, dass sich die Bezahlung der ZFA im Vergleich zu 2016 verbessert hat. Demnach gaben nur noch rund 5 Prozent der ausgelernten ZFA an, dass sie maximal den Mindestlohn erhalten, 2016 waren es 21 Prozent. 31 Prozent sagten, dass sie weniger als das Tarifgehalt erhalten (2016: 39 Prozent). 2019 erklärten 26 Prozent, dass sie ein am Tarif orientiertes Gehalt bekommen bzw. ihre Entlohnung tarifgebunden ist (2016: 19 Prozent). Und auch der Prozentsatz derjenigen, die übertariflich bezahlt werden, stieg von 21 Prozent im Jahr 2016 auf 37 Prozent im Jahre 2019. Insgesamt gaben somit 2019 rund 63 Prozent an, dass sie mindestens das Tarifgehalt bekommen. 2016 waren es noch 40 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung arbeitet die Mehrheit der ZFA für einen Niedriglohn. Das Medianeinkommen von ZFA liegt bei 2.040 Euro brutto im Monat1 und damit weit unter 2.203 Euro – jener Grenze, die das Arbeitsministerium als Niedriglohn angibt. Um die Zufriedenheit im Beruf zu ermitteln, wurden die ZFA erstmals gefragt, wie oft sie im Laufe der letzten zwölf Monate daran gedacht haben, den Arbeitgeber oder den Beruf zu wechseln. Die Antwort zeigt ein hohes Maß an Unzufriedenheit: Mindestens einige Male im Monat haben demnach fast 37 Prozent der Teilnehmer/innen daran gedacht, den Arbeitgeber zu wechseln und 36 Prozent, ganz aus dem Beruf auszusteigen. Zum Vergleich: Bei der Stress-Studie der Universität Düsseldorf unter Medizinischen Fachangestellten (MFA) waren es ca. 31 Prozent der MFA, die mindestens mehrere Male im Monat daran dachten, den Arbeitgeber und 22 Prozent den Beruf zu wechseln. Bei den Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern lagen die Werte bei 39 Prozent (AG-Wechsel) bzw. 34 Prozent (Job-Wechsel). Dass diese Unzufriedenheit nicht erst im Berufsalltag wächst, deutet sich bereits in der Ausbildung an. Die Frage, „Möchten Sie nach Ihrer Ausbildung in dem Beruf ZFA arbeiten?“ beantworteten 42 Prozent mit „ja“, 18 Prozent sagten sicher „Nein“ und 39 Prozent klickten „Ich weiß nicht“ an. Dabei zeigte sich, dass die Ablehnung mit der Ausbildungsdauer steigt: Während kurz nach Ausbildungsstart nur 8 Prozent für sich keine Zukunft im Beruf ZFA sahen, waren es zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres bereits 16 Prozent und am Anfang des dritten Ausbildungsjahres 30 Prozent. Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. wurde 1963 gegründet. Als unabhängige Gewerkschaft vertritt er die Interessen von Medizinischen, Zahnmedizinischen und Tiermedizinischen Fachangestellten sowie angestellten Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern. Mehr Infos: www.vmf-online.de
Links
www.aktion-deutschland-hilft.de
Aktion Deutschland Hilft ist das Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen. Wenn schwere Katastrophen die Menschheit erschüttern, leisten wir Nothilfe. Gemeinsam, schnell und koordiniert. Jetzt einmalig spenden oder als Förderer regelmäßig helfen!
www.stiftung-hdz.de
Die Bundeszahnärztekammer ist Schirmherrin der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, der größten zahnärztlichen Hilfsorganisation: Hilfswerk Deutscher Zahnärzte
www.dentalmuseum.eu
Hier wird das Gedächtnis der internationalen Zahnheilkunde bewahrt und wissenschaftlich seit der Gründung vor 15 Jahren aufgearbeitet. Heute befinden sich hier mehr als 680 private Sammlungen und Bewahrtes bis sieben Generationen zurückreichend. Werden Sie Fördermitglied.
www.apobank.de
die Bank für Heilberufe
www.fvdz.de
Die größte freie zahnärztliche Interessenvertretung
www.bzaek.de
Die zahnärztliche Organisation aller Zahnmediziner
www.kzbv.de
Die Vertetung aller Kassenzahnäzte
www.lennmed.de
lennmed.de Rechtsanwälte ist eine im Bereich der Heilberufe tätige Kanzlei
www.waizmanntabelle.de
Großer Vergleich von Zahnzusatzversicherungen