Freiberufler sind dynamische und zufriedene Gründer.

„Mehr als acht von zehn Freiberuflern, die sich selbstständig gemacht haben, würden diesen Schritt 
nochmals gehen. Ein beachtlicher Wert, der auch die hohe Zufriedenheit der Freiberufler mit ihrer 
Berufswahl zeigt“, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer zu einem zentralen Ergebnis einer 
Umfrage zur Gründung und Nachfolge in den Freien Berufen.  
 
Prof. Dr. Ewer weiter: „Selbstbestimmtheit ist für die Befragten das wichtigste Motiv für ihren Schritt 
in die Selbstständigkeit. Das spiegelt ein wesentliches Element des Koordinatensystems Freier Beruf: 
die Unabhängigkeit. Dies wertschätzt der Verbraucher insbesondere. Denn frei zu sein von 
Fremdinteressen bedeutet, frei zu sein in der Bildung des eigenen Urteils. Da fühlen sich unsere 
Patienten, Mandanten, Klienten und Kunden bei uns einfach gut aufgehoben. 
 
Auf eine Gründung als Erwerbsoption fühlten sich knapp zwei Drittel der Befragten durch ihre 
Ausbildung allerdings nicht gut vorbereitet. Hier müssen die Weichen richtig gestellt werden. Wichtig 
ist vor allem, bei Examenssemestern anzusetzen und die angehenden Absolventen über die Option 
der Selbstständigkeit zu informieren. 
 
Der Wirtschaftsstandort bleibt durch Gründungen lebendig und dynamisch. Eine diese Umfrage 
flankierende Sondererhebung zur Gründungsintensität bringt in diesem Kontext erfreuliche 
Ergebnisse: Bei der Gründungsintensität schneiden die Freien Berufe merklich besser ab als die 
übrige Wirtschaft. Das zeigt: Wir Freiberufler agieren dynamisch am Markt und scheuen die 
Verantwortung, die mit einer Gründung einhergehen, nicht. Dieser Wert bildet letztlich auch die 
steigende Nachfrage nach freiberuflichen Dienstleistungen ab. 
 
Die Umfrage widmet sich überdies dem anderen Ende der freiberuflichen Erwerbsbiografie und 
mithin der Nachfolge. Ein Thema, das auch die Freien Berufe umtreibt. In der Akut-Phase hatten 42 
Prozent der Übergabewilligen Schwierigkeiten, 2,6 Prozent wollten zwar, konnten die Nachfolge aber 
nicht umsetzen. 
 
Nachfolgen zu flankieren bedeutet auch, Arbeitsplätze zu sichern. Handlungsbedarf besteht, da sich 
die Situation durch den Fachkräftemangel und den Trend zum Angestelltensein weiter verschärfen 
wird. Insgesamt bleibt es Aufgabe aller Akteure – der Politik, der Berufsorganisationen – 
Selbstständigkeit als Erwerbsform weiter zu stärken.“ 
 
Für den BFB führte das Institut für Freie Berufe (IFB) Nürnberg im zweiten Quartal 2019 eine 
repräsentative Umfrage unter knapp 1.700 Freiberuflern durch. Der Sonderteil zu „Gründungen und 
Nachfolgen“ wurde jetzt gesondert ausgewertet, mit folgenden Ergebnissen: 
 
 
I. Gründung 
 
Art der Gründung 
79,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie neu gegründet haben, zehn Prozent übernahmen 
einen bestehenden Betrieb, 6,2 Prozent stiegen als Partner bei ihrem bisherigen Arbeitgeber ein und 
2,8 Prozent folgten im eigenen Familienbetrieb nach. 
 
Startpunkt der Gründung 
Jeder Vierte (26 Prozent) machte sich direkt nach dem Ausbildungsabschluss selbstständig. Von den 
übrigen Gründern waren rund 32,9 Prozent bis zu drei Jahren angestellt, 22,6 Prozent zwischen vier 
und fünf Jahren, 36,2 Prozent zwischen sechs und zehn Jahren und 8,3 Prozent mehr als zehn Jahre.  
 
Zufriedenheit 
85,6 Prozent würden nochmals gründen. 
 
Top 5 Gründe für Selbstständigkeit 
Für 87,3 Prozent war die Selbstbestimmtheit wesentlich, 58 Prozent war eine freiere Zeiteinteilung 
wichtig, 51,7 Prozent die Konzentration auf die eigenen Fachkenntnisse sowie die Verwirklichung der 
eigenen Potenziale, 47,4 Prozent wollten etwas Eigenes aufbauen und 42,9 Prozent eigene Ideen 
realisieren sowie eine Marktlücke nutzen. 
 
Gründungsberatung 
41,5 Prozent wandten sich an ihre zuständige Berufsorganisation, 40,9 Prozent an einen beratenden 
Freiberufler, 10,5 Prozent an die Agentur für Arbeit und 10,1 Prozent informierten sich noch während 
der Ausbildung beispielsweise bei universitären Career Centern.  
 
Vorbereitung 
63,1 Prozent gaben an, dass sie sich durch ihre Ausbildung nicht gut für die Selbstständigkeit 
gewappnet fühlten.  
 
Top 5 der Probleme bei der Gründung 
38,1 Prozent identifizieren fehlendes betriebswirtschaftliches Wissen, 37,8 Prozent kämpften mit der 
zeitlichen Belastung, für 22,6 Prozent war es problematisch, passende Mitarbeiter zu finden, über 
bürokratische Hindernisse berichten 22,4 Prozent und 15,5 Prozent hatten Schwierigkeiten einen 
geeigneten Standort zu finden. 
 
Sondererhebung zur Gründungsintensität 
Für das Jahr 2016 ermittelte das IFB im Auftrag des BFB zudem die Gründungsintensität – also den 
Anteil der neu gegründeten Unternehmen an allen am Markt tätigen Unternehmen. Hier liegt der 
Wert für Deutschland insgesamt bei 6,7 Prozent, 6,6 Prozent sind es, rechnet man die Freien Berufe 
heraus, die für sich genommen sieben Prozent erreichen. 
 
II. Nachfolge  
 
Gruppe 1: Kurzfristige Übergabe binnen fünf Jahren 
 
Schwierigkeit dabei, Nachfolger zu finden 
58 Prozent und damit rund die Hälfte der Befragten geben an, dass es nicht schwierig war, einen 
Nachfolger zu finden. Für 42 Prozent indes schon. 
 
Schwierigkeiten bei der Suche  
Zu wenig potenzielle Kandidaten sind für Übergabewillige die größte Herausforderung, das gaben 
83,4 Prozent der Befragten an. Bei knapp jeder dritten Übergabe, 30,5 Prozent der Befragten, 
stimmte die Vorstellung der Kandidaten (beispielsweise Übergabezeitpunkt) nicht mit der des 
Anbietenden überein. 26,6 Prozent gaben finanzielle Gründe, wie zu hohe Erlöserwartungen, an. 24,7 
Prozent konstatierten, dass Bewerber nicht die passenden Kompetenzen besaßen. 17,8 Prozent ist 
schlicht der Nachfolgekandidat abgesprungen und 7,3 Prozent haben die Vorlaufzeit unterschätzt. 
 
Nachfolger 
In  35,3  Prozent  der  Fälle  ist  der  Nachfolger  ein  bisher  im  Betrieb  angestellter  Berufsträger,  31,8 
Prozent  übergeben  an  eine  externe  Person,  bei  21,9  Prozent  erfolgt  die  Nachfolge  durch  ein 
Familienmitglied/eine  verwandte  Person.  3,4  Prozent  gaben  an,  das  Unternehmen  an  eine 
bestehende Gesellschaft angeschlossen zu haben. 
 
Gruppe 2: Übergabe ab 2025 geplant 
 
Erfolgsaussicht 
71,5 Prozent rechnen damit, einen Nachfolger zu finden. 
 
Gewünschte Unternehmensnachfolge 
44,4 Prozent der Befragten wollen einen jungen Berufsträger anstellen, der dann die Nachfolge 
antreten soll, 33,4 Prozent planen die Aufnahme eines Partners. Für 12,6 Prozent kommt eine 
verwandte Person in Betracht. 12,6 Prozent stellen sich die Nachfolge durch verwandte Personen 
vor. 6,9 Prozent planen den Anschluss an eine bestehende Gesellschaft. Und 2,7 Prozent erwarten 
eine Schließung ohne Nachfolge.  
 
 
www.freie-berufe.de